Marienschule Lippstadt Gymnasium und Aufbaugymnasium, Lippstadt Wilde Wiese für heimische Bestäuber

Im Spätsommer zeigt sich eine Wildwiese noch einmal in bunter Blütenpracht, wenn sie selten gemäht und aus zahlreichen Kräutern aufgebaut ist. Vom Erfolg einer Einsaat-Aktion im April diesen Jahres überzeugten sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und der Einführungsphase mit ihren Biologielehrerinnen JohannaWolff und Alexandra Rahle, die  stellvertretende Schulleiterin Tanja Schalkamp sowie die Vertreter der Lippstädter Blumengroup und Michael Arens von der Sparkasse Lippstadt. Die Anlage der artenreichen Wildwiese wurde von der Sparkasse Lippstadt sowie dem Förderverein der Marienschule gesponsert und von der Lippstädter Blumengroup fachlich und logistisch unterstützt.

Die Idee zur Erstellung einer Wildwiese kam bereits im letzten Jahr. Meike Schütte, Fachvorsitzende der Biologie, informierte sich über das Landesprogramm „Schule der Zukunft – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und kam zusammen mit der gesamten Biologiefachschaft zu der Überzeugung, dass auch die Marienschule ein neues Projekt, entwickeln sollte, das eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen fördert.

Als Schule im Grünen wurde für die nächsten zwei Jahre das Nachhaltigkeitsziel „Leben an Land“ als Schwerpunkt ausgewählt. Mit diesem ambitionierten Nachhaltigkeitsziel sollen u.a. Landökosysteme geschützt, wiederhergestellt und ihre nachhaltige Nutzung gefördert werden sowie dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende gesetzt werden. Als Beitrag der Marienschule wurde in Folge dessen eine Wildwiese auf dem Schulgelände mit tatkräftiger Unterstützung der Schülerinnen und Schüler des Angewandten Naturwissenschaften-Kurses der 10. Klassen sowie den Hausmeistern angelegt und gepflegt. Gemäß dem Bemühen der Lippstädter Blumengoup zur Förderung heimischer Pflanzen- und Insektenarten, wurde bei der Wiesenanlage regionales Saatgut von Kräutern verwendet, die in extensiven Mähwiesen im sandigen Norden Lippstadts traditionell typisch waren. „So werden über Jahrhunderte gewachsene Anpassungen zwischen bestäubenden Insekten und Pflanzen gefestigt“, erläuterte Heinrich Münz von der Blumengroup. „Insbesondere spezialisierte Insekten laufen unbemerkt Gefahr, ihre Lebensgrundlage zu verlieren, wenn nicht-heimische Pflanzenarten in so manchem der vielen, bunten Samenmischungen zum Einsatz kommen. Oftmals werden dabei zuvorderst das Auge des menschlichen Betrachters und der Bedarf der Honigbienen angesprochen“, informierte Luise Hauswirth über die Bedeutung der Wahl des richtigen Saatguts.  Bei der Begutachtung der neu angelegten Wiese konnten nun zum Beispiel die heimischen Pflanzen Ferkelkraut, Reiherschnabel und Stolzer Heinrich bestimmt werden, welche auch bereits regen Blütenbesuch hatten. Um auch die einheimische Insektenfauna bei ihrer Fortpflanzung und Überwinterung zu unterstützen, hat Peter Hoffmann von der Lippstädter Blumengroup zudem zwei Bausätze von Wildbienen-Nisthilfen beigesteuert, die die Lebensgemeinschaft Magerwiese ergänzen sollen.

Weitere Aspekte, z. B. zur Insekten- und Pflanzenbestimmung, werden die interessierten Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit der Blumengroup erarbeiten. Mit Spannung wird dabei schon das nächste Jahr erwartet, das zeigen wird, inwieweit sich die einheimischen Pflanzen auf der Fläche etablieren konnten.

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