Modellschule Obersberg, Bad Hersfeld MINT-EC-Camp "Moderne Physik": Einblicke, die man nur empfehlen kann

Modellschule Obersberg

Wie sieht es aus, wenn man sich außerhalb des Physikunterrichtes mit Physik beschäftigt und wie funktioniert angewandte Physik? Im Rahmen des MINT-EC-Camps „Moderne Physik“ an der Technischen Universität Kaiserslautern im Juni wurde mir ein tieferer Einblick ermöglicht.

Direkt nach Ankunft haben wir einen Transfer zu dem Hohenstaufen Gymnasium bekommen, welches die Veranstaltung unter anderem mitgefördert hat. Dort hielt Prof. Dr. Anglin eine Präsentation über die Akustik Schwarzer Löcher. An der Universität wurden wir von der Fachschaft Physik begrüßt und konnten in Kleingruppen ein Theorieseminar, welches von Professoren gehalten wurde, zum Themengebiet der komplexen Zahlen besuchen, denn auch in einem reinen Physikstudium darf man den mathematischen Anteil nicht unterschätzen. Dies lief im Wesentlichen wie eine normale Lesung ab, wobei zum mitmachen angeregt und ich selbst auch an die Tafel gebeten wurde. Des Weiteren haben wir diverse Versuche selbst durchgeführt, die man in diesem Ausmaß nicht in der Schule hätte durchnehmen können, da die Mittel einfach gar nicht gegeben sind. Zu diesen Versuchen zählt unter anderem der Reinraum-Versuch, mit dem sich meine Gruppe näher auseinandergesetzt hat. Dabei haben wir auf 1cm2 großen Siliziumplatten Nanostrukturen eingraviert, was nur unter strengen Bedingungen im Reinraum funktioniert, d.h. spezielle Ganzkörper-Laborkleidung muss getragen werden und Chemikalien müssen mit Stickstoff gesäubert werden, da die Konzentration luftgetragener Partikel extrem gering gehalten muss. Damit am Ende das Produkt entsteht, muss die Platte verschiedene Prozesse durchlaufen wie die Lackstrukturierung auf einer Drehscheibe, Trocknen auf einer Wärmeplatte, UV-Belichtung durch eine Quecksilberdampflampe, Ätzen mit Sauerstoffplasma, sputtern sowie Ultraschallreinigung. Aufgrund des direkten Einsetzen in der Industrie und Forschung, wie der Pharmazie und der Raumfahrt, empfand ich diesen Versuch als einen der spannendsten.

Bezüglich der anderen Versuche, die ebenfalls in speziellen Laboren stattgefunden haben, gab es noch den 3D-Druck im Mikrometer Bereich, den Faserversuch, sowie diverses zum LASER, welcher in der heutigen Forschung gar nicht mehr wegzudenken wäre. Ein weiteres Highlight war der Escape-Room, den wir als Gruppe durch das Lösen von Rätsel, welche auf wissenschaftliche Phänomenon basiert, entfliehen konnten.

Zusätzlich lässt sich sagen, dass das Programm aufgrund der TU sehr authentisch gestaltet wurde, denn man hat ebenfalls einen Einblick in das Uni-Leben bekommen, indem man während des Programms in der Mensa zwischen all den Studenten und Professoren gegessen hat und Mitglieder der jDPG (junge Deutsche Physikalische Gesellschaft) anwesend waren, sodass man sich als Schüler auch nochmal an sie wenden konnte.

An dem letzten Morgen wurden unsere selbst erarbeiteten PowerPoint Präsentationen im Plenum vorgetragen, jeder hat sein Zertifikat bekommen und man hatte eine letzte Chance sich mit der Fachschaft auszutauschen. Letztendlich kann ich dieses Camp für jeden empfehlen, der sich für die Physik oder generell die Naturwissenschaften interessiert. Es setzt ein gewisses Grundwissen voraus und baut auf dem bisherigen Schulwissen auf. Außerdem lernt man sich in einem fremden Umfeld mit anderen Gleichaltrigen zu beweisen und gemeinsam an einer Problematik zu arbeiten, was später einmal Voraussetzung sein wird. Wenn ich die Chance hätte, würde ich gerne wieder daran teilnehmen!

Charlotte Henrich, Q3

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