Modellschule Obersberg, Bad Hersfeld Schüler treffen Forscherin: Plastik im Meer

Modellschule Obersberg

Ein aktuelles Thema als Einstieg in Unterrichtsinhalte – vor diesem Hintergrund stand zum Halbjahreswechsel für alle Schülerinnen und Schüler, die in den Jahrgangsstufen Q1 und Q3 an der Modellschule Obersberg das Fach Biologie belegen, ein Vortrag über die Problematik ,,Plastik im Meer“ auf dem Stundenplan. Wie Schulleiter Karsten Backhaus in seiner Begrüßung betonte, sei es wichtig, die Jugendlichen möglichst früh für die Herausforderungen der heutigen Zeit zu sensibilisieren.

Der Gast, die Meeresbiologin Johanna Wiedling, die sich für den Schutz der Meere in dem bundesweiten Verein Aqueis engagiert, ist hauptsächlich auf der Insel Elba in Italien tätig, das heißt sie erforscht unter anderem, wo wieviel Plastik zu finden ist und welche Auswirkungen auf die Umwelt und das Ökosystem Plastik hat (= aquatische Wissenschaften). Sie berichtete über die knapp 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll, die pro Jahr in unseren Weltmeeren zu finden sind. Schockierende Bilder, wie die sogenannten ,,Plastikteppiche“ oder die verendeten Tiere, zum Beispiel Schildkröten , die durch die Partikel im Magen gestorben sind, regen die Schüler zum Nachdenken an. Das Mikroplastik, was z.B. ein Fisch mit der Nahrung zu sich nimmt, kann somit auch in den Mensch gelangen – problematisch nach neusten Forschungen v.a. deswegen, weil Mikroplastik toxische Substanzen bindet, die somit ebenfalls weitergeleitet werden. Die Biologin sprach das Problem an, dass etwa 94% des Plastikabfalls am Meeresboden liegen und man bis heute noch keine Lösung gefunden habe, den Müll zu beseitigen, geschweige denn einen anderen Platz für diese große Menge an Plastik zu finden.

Lösungsansätze wie ein Deponieverbot, bessere Aufklärung, der Verzicht auf Plastik und die Verwendung von Bioplastik und anderen Rohstoffen sollen künftig immer mehr durchgesetzt werden. Die Meeresbiologin betonte aber deutlich, dass der Verbraucher selbst auf seinen Konsum achten müsse, da Verbote der Herstellung nicht durchsetzbar seien. Sie appellierte abschließend an die Schülerinnen und Schüler, selbst aktiv zu werden und etwa Kampagnen und Projekte wie Beach-Cleanups durchführen. Sie erwähnte in diesem Zusammenhang auch das AQUEIS- Stipendium, durch das freiwilliges Engagement von Vereinsseite unterstützt werden könne.

Für die Schülerinnen und Schüler, die sich alle im nächsten Halbjahr mit dem Halbjahresthema Ökologie beschäftigen, wird es in Unterricht sicherlich viele interessante Anknüpfungspunkte an diesen spanenden Vortrag geben, darüber waren sich, stellvertretend für das Biologiekollegium, Fachbereichsleiterin Corina Klose und Fachsprecher Jan Bornemann einig. Der Vortrag hat neben dem naturwissenschaftlichen Schwerpunkt aber durch viele Querbezüge zu wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Aspekten auch klar die große Tragweite der Thematik aufgezeigt.

von: Juana Weise, LK Biologie Q2

MINT-EC-Newsletter bestellen

Alle Neuigkeiten auf einen Blick Abonnieren