Goetheschule Wetzlar, Wetzlar Wie leben wir im Jahr 2030?

Goetheschüler beschäftigen sich mit gesellschaftlichem Wandel

Veränderte Kommunikationsweisen, neue Formen der Mobilität, künstliche Intelligenz - die Welt verändert sich zunehmend. Wie der Fortschritt die Gesellschaft beeinflusst, welche Entscheidungen bei aller Technologie in der Hand des Menschen bleiben müssen und welche Chancen und Gefahren die Modernisierung unseres Lebens mit sich bringt, damit haben sich zu Beginn dieses Schuljahres einen Tag lang die Schüler der Wetzlarer Goetheschule beschäftigt.

„Gesellschaft 2030“ war der Titel eines Projekttages, der die Schüler zum Nachdenken über aktuelle gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische und wissenschaftliche Entwicklungen anregen sollte.

In einem Einführungsvortrag sprach Dr. Hans-Martin Jung, Mitglied der Organisation „Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW), über Auswirkungen der zivilen und militärischen Nutzung von Kernenergie. Sein Vortrag wurde ergänzt durch die Ausstellung „Hibakusha – weltweite Opfer der nuklearen Kette“ zur Erinnerung an die Opfer der Nutzung von Kernenergie und –waffen.

Im Anschluss hatten die Schüler der Jahrgangsstufe Q3 dann Gelegenheit, in unterschiedlichen Workshops den Themen ihrer Wahl nachzugehen. Dabei ging es etwa um die Frage, wie künstliche Intelligenz und Roboter unser Leben verändern. Andere Workshops beschäftigten sich mit dem Thema Stadtentwicklung oder autonomem Fahren und der allgemeinen Frage nach dem Verkehr und der Mobilität der Zukunft.

Unter dem Schlagwort „Human Enhancement“ untersuchten die Schüler ethische Fragen in Zusammenhang mit der Möglichkeit, den Menschen durch Biotechnologie zu verändern und zu „verbessern“. Ein weiterer Workshop beschäftigte sich mit dem Thema „Hate Speech: Algorithmen, Filterblasen, Trollfabriken, Deep Fakes“ und ging dabei der Frage nach, inwiefern diese Tendenzen eine Gefahr für Demokratie und Meinungsfreiheit darstellen. Unter dem Titel „Wenn Science Fiction zur Realität wird“ beleuchtete eine andere Arbeitsgruppe das in China geplante Social Credit System unter ethischen Gesichtspunkten und ob Digitalisierung smart und grün zugleich sein kann, lautete die Fragestellung im Workshop „Schöne smarte Welt“.

Bei alledem war das Ziel stets eine objektive Betrachtung der Chancen, Gefahren und offenen Fragen. Weder sollte unkritische Begeisterung noch allzu großer Pessimismus Resultat des Projekttages sein. Die Ergebnisse der Überlegungen in den einzelnen Workshops präsentierten die Goetheschüler zum Abschluss in einem „Museumsrundgang“.

Thorsten Fuchs, Fachbereichsleiter für die Gesellschaftswissenschaften an der Goetheschule, zog ein positives Fazit der Veranstaltung. Die beteiligten Kollegen hätten den Schülern ein sehr interessantes und vielfältiges Angebot unterbreitet, es bleibe der Eindruck, dass der Tag für viele Schüler das Bewusstsein für die Dimensionen des derzeitigen Wandels geweckt habe.

MINT-EC-Newsletter bestellen

Alle Neuigkeiten auf einen Blick Abonnieren