Balthasar-Neumann-Gymnasium, Marktheidenfeld „Make your school“ – Tüfteln auf hohem Niveau

Tanja Cura

„Make Your School – Eure Ideenwerkstatt“ ist ein Projekt, das „Wissenschaft im Dialog“ gemeinsam mit der Klaus Tschira Stiftung im Schuljahr 2016/2017 ins Leben gerufen hat. Es bringt sogenannte Hackdays an Schulen, an denen Schüler/innen digitale und technische Projekte verwirklichen, die sie im Schulalltag unterstützen. Auf Grund der Pandemie wurden die Hackdays am Balthasar-Neumann-Gymnasium Marktheidenfeld im Februar diesen Jahres virtuell durchgeführt. 

Dazu bekamen 25 interessierte Jugendliche aus den Jahrgangsstufen 9 bis 11, darunter auch sieben Schüler der Realschule Marktheidenfeld, eine Box mit einem Arduino – einem Mini-Computer, zu dem es im Internet viele vorgefertigte Programme und Ideen gibt – und verschiedene Sensoren und Bauteile, wie LEDs, Summer und LCD-Bildschirme, zugeschickt. Mit Hilfe dieser Komponenten verwirklichten die Teilnehmer/innen in Kleingruppen an zwei Tagen Projekte, die ihnen im Corona-Schulalltag helfen sollten. Dabei war Teamfähigkeit gefragt: Die Jugendlichen mussten sich schließlich in ihrer Gruppe auf ein Projekt einigen, die Arbeit gerecht verteilen und sich bei Fragen gegenseitig unterstützen. Natürlich fand auch dieses Projekt in Form von Videokonferenzen statt, sodass alle Schüler/innen von zu Hause aus miteinander in Verbindung stehen konnten. Hilfe kam von vier Mentor/innen der Ideenwerkstatt aus den Bereichen Informatik und Design. Auch die betreuenden Lehrkräfte Frederic Rose sowie Tanja und Daniel Cura standen mit Rat und Tat zur Seite.

So entstanden originelle Produkte zu der Frage „Wie kann das Homeschooling bzw. der Unterricht unter Corona-Bedingungen verbessert werden?“: 

Der „Gangleisehalter 3000“ weist Mitschüler/innen darauf hin, dass sie im Gang leise sein sollen, weil im Klassenzimmer eine Schulaufgabe stattfindet. (Johannes Fries, Ivaylo Valchev, Anna-Lena Scherg)

Der „School Spider“ zeigt im Homeschooling den Stundenplan an und soll verhindern, dass Eltern bei einer Videokonferenz ins Zimmer kommen und so die Konzentration stören. (Benja Rauch, Rosina Bauer, Mirja Cura)

Der „H.A.C.K.“ ermittelt die Lage von Personen in einem Raum mit Hilfe eines auf einem Servomotor rotierenden Sonars. Auf Basis der gemessenen Werte kann der relative Abstand der Personen zueinander berechnet werden. Sollte der Mindestabstand von 1,5 m unterschritten werden, gibt der „H.A.C.K.“ ein Warnsignal. (Lukas Fischer, Caspar Leuchtweis, Jonas Karg)

Der „Klassenklimatisierer 3000“ zeigt die Uhrzeit an und informiert nach jeder Stunde durch ein optisches und ein akustisches Signal. Außerdem misst der Klassenklimatisierer die Temperatur und die Lautstärke und warnt, sollte die Lautstärke zu hoch oder die Temperatur unangenehm sein. Die passende Fehlermeldung wird am Bildschirm sichtbar. (Leon Fertig, Jonte Stahl, Valerian Voll, Niklas Betz)

Der „Beleuchter“ kann die Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf einem Display anzeigen, hat drei verschiedene Timer und ein kleines Licht, das bei Dunkelheit für Beleuchtung sorgt. (Jessica Wiegand, Justus Seidel, Johanna Rüppel, Tim Schmelz und Felix Müller)

Die Ergebnisse wurden am Ende der Veranstaltung den Mitschüler/innen mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation und einer Live-Vorführung vor der heimischen Webcam vorgestellt. Als besonders toll empfanden die Jugendlichen, dass sie ihr fertiges Projekt behalten durften, sodass jeder auch nach der Veranstaltung noch mit dem Arduino und den Sensoren weitertüfteln kann. Für die Teilnehmenden war dieses Projekt gerade in der Corona-Situation ein Highlight, bei dem sie ihr technisches Wissen auf kreative Weise weiterentwickeln konnten.

Tanja Cura & Linda Weis

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