Landesschule Pforta, Schulpforte In 150 Metern Tiefe Naturwissenschaften hautnah erleben – Tag der Technik der Landesschule Pforta in der Bergstadt Freiberg

Die Gittertür schließt sich, die Schachtsignalanlage klingelt drei Mal und der Fahrkorb senkt sich hinab in die Tiefe. Sofort wird es stockdunkel, bis der erste Schüler seine Helmlampe einschaltet.

 

Zum 22. Mal fand am 29. Oktober 2019 der „Tag der Technik“ der Landesschule Pforta statt. Auch in diesem Jahr sollte die Naturwissenschaft für die Schülerinnen und Schüler greifbar gemacht werden. Dazu fuhr der gesamte naturwissenschaftliche Zweig in die Bergstadt Freiberg. Ermöglicht wurde der lehr- und erlebnisreiche Projekttag durch die die großzügigen Unterstützungen des Halleschen Bezirksvereins des VDI, der Total Deutschland sowie der Stiftung Schulpforta.

 

In Freiberg erhielten die Oberstufenschülerinnen und -schüler die Möglichkeit, in dreizehn Workshops der TU Bergakademie Freiberg selbst aktiv zu werden. Beispielsweise konnten sich die Jugendlichen an der Fakultät für Chemie und Physik im Laserlabor mit Ramanspektroskopie beschäftigen oder Röntgenfluoreszenz nutzen, um Stoffzusammensetzungen zu ermitteln. In der Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie hieß es Köpfchen beweisen, um aus dem werkstoffwissenschaftlichen Escape Room zu entkommen. Laser als Messwerkzeuge und 3D-Druck standen in der Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik auf dem Plan. Und die Knobler kamen im Institut für Diskrete Mathematik und Algebra auf ihre Kosten, wo kryptographische Verfahren zum Entschlüsseln von Geheimcodes angewendet werden mussten.

 

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 durften indes die Terra Mineralia unsicher machen und neben der Mineralienausstellung Stoffe wie Graphit, Diamant, Quarz und Glas unter die (chemische) Lupe nehmen. Ein Workshop zu „Stahl und Eisen“ an den Instituten für Werkstofftechnik und Werkstoffwissenschaft machte die Naturwissenschaft ebenfalls greifbar.

 

Das Highlight für alle Mitgereisten bildete wohl der Besuch des Silberbergwerks „Reiche Zeche“ in Freiberg. Der Fahrkorb, schwach beleuchtet durch die Helmlampen, fuhr circa eine Minute, bis er seine 150 Meter in die Tiefe zurückgelegt hatte. Die Gittertür wurde geöffnet und den Pfortenserinnen und Pfortensern offenbarte sich eine ganz andere Welt. Im Laufe der Führungen durften sie erfahren, wie bereits mit Hilfe von Sprengungen unter Tage  besonders harte Materialien hergestellt werden, die beispielsweise in langlebigen Bohrköpfen zum Einsatz kommen, wie der Bergbau vor 200 Jahren aussah und welche besonderen Rituale Bergwerkslehrlinge am Ende ihre Ausbildung durchlaufen müssen.

 

Müde, aber sicherlich von vielen neuen Erinnerungen und Erkenntnissen erfüllt, kehrte der naturwissenschaftliche Zweig am Abend dieses Tages heim. Wir freuen uns schon auf den nächsten „Tag der Technik“!

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