Gymnasium Philippinum, Weilburg Elektromobilität auf dem Land

Frank Bröckl

Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung. Diese wird auch in Zukunft immer wichtiger. Wie und an welchen Stellen kann Digitalisierung vor Ort helfen, das Leben der Menschen zu gestalten und zu verbessern? Mit diesen und ähnlichen Fragen hat sich eine Schülergruppe der Klasse 11b sieben Monate lang intensiv beschäftigt. Unterstützt wurden die Elftklässler dabei von Experten der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Im Rahmen des Projekt-Wettbewerbs „YES!“ – hier entwickeln Schüler Lösungen für ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Probleme – wurden konkret Möglichkeiten der Elektromobilität in und um Weilburg in den Blick genommen und diskutiert. „Zuerst haben wir uns überlegt, was Elektromobilität im ländlichen Raum bedeutet. In den letzten Jahren erleben wir ja schon eine starke Entwicklung hin zu E-Autos oder Fotovoltaikanlagen“, erläutert Schüler Jona Horz. Im Austausch mit den „YES!“-Experten der THM, die die Schülergruppe dazu angeregt hätten, noch futuristischer zu denken, sei dann das Thema „Flugdrohne als Beitrag im ländlichen Raum“ aufgekommen. Doch wie könnte ein solches Szenario konkret aussehen? Man stelle sich vor, eine Drohne würde über Weilburg mit einem Medikament in einem Einschubfach fliegen, um dieses schnell zu einem Menschen zu bringen, der die Medizin dringend benötigt. Auf der einen Seite gäbe es die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes oder anderer Hilfsdienste, Apotheken oder Arztpraxen, die die Transportboxen der Drohnen bestücken, auf der anderen Seite die Patienten, die die Medikamente schnell, unmittelbar und ohne Schadstoffbelastung der Luft erhalten würden. „Es war ein enormer Lernzuwachs, sich so etwas nicht nur in der Theorie auszumalen, sondern mit Fachleuten konkret die Umsetzbarkeit in die Praxis zu überlegen“, so Schülerin Sylvia Huhle. Thomas Friedl von der THM fungierte dabei als Experte in Sachfragen. „Im Bereich Agrarwissenschaft werden Drohnen bereits erfolgreich eingesetzt. Die medizintechnische Informatik im Bereich Flugdrohnen hat ganz klar Zukunftspotential“, stellte Friedl fest. Was im November 2020 auf Initiative ihre Lehrers Thorsten Rohde begann, bedeutete für die Schülergruppe der 11b einen enormen Organisations- und Zeitaufwand, waren doch reale Treffen aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. So mussten alle Schritte – vom Austausch erster Ideen über die Konzeption bis zur Aufgabenverteilung – digital geregelt werden. „Dass Schülerinnen und Schüler bereit sind, eine solche Menge an Extraarbeit zu leisten, ist nicht selbstverständlich und verdient daher besondere Anerkennung“, stellte Thorsten Rohde heraus. Mit Unterstützung von Tibor Jung und Michael Döring (beide THM) galt es dann schließlich, für den Wettbewerb eine Präsentation in englischer Sprache zu erstellen. „Auch wenn es letztendlich nicht für den Einzug ins Bundesfinale gereicht hat, hat sich der Aufwand definitiv gelohnt, denn wir haben für die Praxis unglaublich viel dazu gelernt“, so das abschließende Fazit von Sylvia Huhle, die die Präsentation zusammen mit Johanna Droß und Jona Horz beim Entscheid auf regionaler Ebene gehalten hat.

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