think ING. MINT-EC-Lehrer als ING des Monats

Am 24. Juni 2017 verleiht die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren zusammen mit der Stiftung Jungend forscht e.V. und dem Verband zur Förderung des MINT-Unterrichts (MNU) den Helmholtz-Lehrerpreis 2017 - unter anderem an Philipp Kastrup. Weiterhin wurden folgende MINT-EC-Lehrkräfte 2017 mit dem Preis geehrt: Michael Albrecht, Gymnasium Essen-Werden, Anne Bönisch, Gesamtschule Gießen-Ost, Kathryn Künzel, Max-von-Laue-Gymansium Koblenz und Patrick Ulrich, Romain-Rolland-Gymnasium Berlin.

In diesem Jahr geht der Preis unter anderem an den Chemie- und Physiklehrer Philipp Kastrup vom Reinhard-und-Max-Mannesmann-Gymnasium in Duisburg. Als Preis erhalten die Preisträger eine Einladung zum diesjährigen Jugend forscht Bundeswettbewerb in Erlangen sowie einen dreitägigen Kurzforschungsaufenthalt an einer Universität oder Fachhochschule innerhalb Deutschlands. Ausgezeichnet werden Lehrkräfte, die sich in besonderem Maße um die individuelle Förderung junger Forscherinnen und Forscher bemühen und sie bei der Teilnahme an Wettbewerben wie Jugend forscht ermutigen und unterstützen. Die Schülerinnen und Schüler des Mannesmann-Gymnasiums nehmen nicht nur beim Jugend forscht-Wettbewerb teil. Auch bei dem Känguruwettbewerb, dem Bundeswettbewerb Informatik und Mathematik und einigen anderen sind immer wieder Schülerinnen und Schüler des MMG auf den Teilnehmerlisten und sogar unter den Gewinnern zu finden.

Der Ausbau des MINT-Zweigs an der Schule
Als MINT-Koordinator hat der Physik- und Chemielehrer den naturwissenschaftlichen Bereich der Schule neu aufgestellt: Fachliche Grundlagen wurden erarbeitet, die naturwissenschaftlichen Räume wurden modernisiert, Stiftungen werden angeschrieben, um finanzielle Unterstützung zu erhalten, es gibt das Unterrichtsfach Bionik und vor allem wurde die Wettbewerbskultur in Gang gesetzt.

Aktuell betreut Kastrup drei Teams für den Jugend forscht-Wettbewerb. Eine Arbeitsgruppe befasst sich beispielsweise mit einem geologischen Thema und misst den Bleigehalt im Boden des Schulgeländes. "In der Geologie kann ich noch einiges dazulernen", erkennt Kastrup, sodass er für dieses Projekt sein Wissen auf den neuesten Stand bringen möchte und dafür seinen gewonnenen Kurzforschungsaufenthalt an einer Universität oder Fachhochschule nutzen wird. So drückt auch eine Lehrkraft schnell wieder die Schulbank. Eigentlich ist das schon ein paar Jahre her und eigentlich war diese Zeit auch nicht besonders glorreich. Allerdings gehörten die Naturwissenschaften zu Kastrups beliebteren Fächern. Keine Überraschung also, dass er nach dem Abitur an der RWTH Aachen Chemie auf Diplom studierte. Schnell merkte der Hobby-Volleyballer, dass ihm Chemie viel mehr Spaß macht, wenn er sie jungen Leuten vermitteln kann. Da er im Sportverein viel mit Jugendlichen arbeitet und auch seine Familie einige Lehrer vorzuweisen hat, entschied er sich, Physik als Zweitfach zu belegen und vom Diplomstudiengang in den Lehramtsstudiengang zu wechseln.

Die Arbeit mit den Jugendlichen ist es nach wie vor, die Philipp Kastrup an seinem Beruf am meisten gefällt: "Zu sehen, dass die Kinder die Inhalte verstehen, über die wir im Unterricht sprechen, zu sehen, welchen Ehrgeiz sie bei ihren Projekten und den Wettbewerben entwickeln, macht mir am meisten Spaß." Philipp Kastrup ist ein überzeugter Naturwissenschaftler, der diese Begeisterung gerne an seine Schüler weitergibt, der den Einsatz seiner Schüler anerkennt und sie auch bei Misserfolgen unterstützt. Denn "alle großen Naturwissenschaftler haben für ihre herausragenden Ideen zum Teil Jahrzehnte gebraucht, ehe sie als das anerkannt wurden, was sie heute sind. Frustresistent zu sein ist eine wichtige Eigenschaft für jeden Forscher", weiß Philipp Kastrup.

Auch privat lässt der zweifache Familienvater die Naturwissenschaften nicht aus den Augen, sondern überlegt sich bei einem Familienausflug ins Phantasialand, dass dies ein geeignetes Ziel wäre, um mit den Schülern der Newtonsche Mechanik an den Fahrgeschäften auf den Grund zu gehen.

Mitglied im nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC
Die zahlreichen Unternehmungen im MINT-Bereich führten dazu, dass das Mannesmann-Gymnasium seit 2013 eine ausgezeichnete MINT-EC-Schule ist. Der Vorteil dieser Zertifizierung ist für den Chemielehrer das große Netzwerk. Nicht nur Lehrer können sich mit fachkundigen Kollegen austauschen, auch auf Schulleiterebene gibt es viele Möglichkeiten, den MINT-Bereich zu erweitern und vor allem die Schülerinnen und Schüler profitieren von dem Excellence-Netzwerk. Die Teilnahme an den MINT-EC-Camps bringt Schülerinnen und Schülern nicht nur fachlich weiter, sondern hilft ihnen auch bei der persönlichen Entwicklung. Als Highlight folgt dann die Teilnahme bei der MINT400 in Berlin, wo sich die Teilnehmer der verschiedenen Camps wiedersehen. Kastrup selbst hat bei der Entwicklung des MINT-Zertifikats mitgeholfen und ist stolz, dass mehrere seiner Schülerinnen und Schüler diese Auszeichnung zusammen mit dem Abiturzeugnis bereits ausgehändigt bekommen haben.

MINT-EC-Newsletter bestellen

Alle Neuigkeiten auf einen Blick Abonnieren