Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule, Kassel Gravitational Effects on the Floating Water Bridge

 

Unsere Q2-Schüler Philipp Lehmann und Christoph Maier haben sich mit ihren Arbeiten über die Wasserbrücke, die sie am SFN erforscht haben, über den Regional-  und Landeswettbewerb bis zum Bundeswettbewerb Jugend forscht qualifiziert. Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg Ende Mai 2017 in Erlangen!

Für den Hessischen Rundfunk zeigt Christoph in einem Beitrag der Hessenschau, der  ab Minute 13:23 beginnt, den Versuchsaufbau und berichtet begeistert von den Möglichkeiten am SFN.

Im Interview mit Dr. Regina Gente äußern sich Christoph und Philipp zu ihrem Projekt.

quapocuµg - was verbirg sich hinter dem Projektnamen?
Der Projektname ist eine Abkürzung für das was wir tun: „aqua pontem cum mikrograviation“ ist lateinisch für Wasserbrücke in der Mikrogravitation. Mikrogravitation ist der wissenschaftlich korrekte Begriff für das, was in der Umgangssprache als Schwerelosigkeit bezeichnet wird, also beispielsweise der Zustand auf der ISS.
Mittlerweile haben wir unser Projekt für den Bundeswettbewerb etwas internationalisiert und umbenannt, so dass es nun „Gravitational Effects on the Folating Water Bridge“ heißt.

Wie seid ihr zu diesem Thema gekommen?
Wir haben vor einiger Zeit eine Dokumentation über die Wasserbrücke gesehen, und wollten uns mit der Frage beschäftigen, warum sie entsteht. Nach einer Recherche haben wir festgestellt, dass sie ein noch sehr rar erforschtes physikalisches Phänomen ist, zu dessen Erforschung wir etwas beitragen wollten.

Wie würdet ihr euer Projekt in 4 Sätzen erklären?
1. Die Wasserbrücke entsteht, wenn man Hochspannung auf Wasser in zwei nebeneinanderstehenden Gläsern gibt.
2. Dann bildet sich ein dünner Wasserfaden zwischen den Bechergläsern, der wie eine Brücke durchhängt.
3. Wir haben das Durchhängen der Brücke zwischen 0 g und 1,5 g [1 g entspricht der Erdbeschleunigung, Anmerkung der Redaktion] untersucht, indem wir in einem Fallturm die Wasserbrücke haben fallen lassen.
4. Mit unseren Ergebnissen konnten wir die bisherigen Theorien zur Wasserbrücke widerlegen und unsere eigene „Catenary Theorie“ bestätigen.

Welche Erlebnisse haben euch bis jetzt bei Jufo besonders gut gefallen?
Die schönsten Erlebnisse sind ganz klar die Entscheidungen gewesen. Wenn man vorne steht, vor dem Publikum – beim Landeswettbewerb auch schon mal 500 Zuschauer – und sein Herz beben hört, bis dann endlich die Entscheidung gefallen ist und man sich freut weiter zu sein. Das ist ein unglaubliches Gefühl.
Aber auch andere Jungforscher kennenzulernen war ein interessantes Erlebnis, weil man über vollkommen andere Themen sprechen konnte als sonst in der Schule.
Weiterhin hat die wissenschaftliche Arbeit an einem Projekt sehr viele Erfahrungen eingebracht, welche man für das spätere Leben als Wissenschaftler braucht.

Was war die größte Hürde, die ihr in eurem Projekt nehmen musstet?
Die Wasserbrücke mobil zu bekommen war eine schreckliche Aufgabe, weil der Aufbau normalerweise ziemlich umfangreich ist.
Und auch viele wissenschaftliche Paper mathematisch zu verstehen, um mit diesen Erkenntnissen weiterarbeiten zu können, war eine schwierige Aufgabe.

Wie hat sich euer Projekt zwischen den Wettbewerbsrunden verändert?
Es ist kaum wiederzuerkennen. Wir haben angefangen mit einem kleinen Versuch der Wasserbrücke in der Mikrogravitation. Da lag unser Schwerpunkt noch auf dem Fallturm.
Nach dem Regionalsieg hat uns allerdings der Ehrgeiz gepackt.
Unser Projekt wurde sehr viel theorielastiger und mit der kurz vor dem Landeswettbewerb entwickelten Theorie konnten wir uns gegen die besten Jungphysiker Hessens durchsetzen.
Nebenbei ist auch die Qualität der Arbeit immer besser geworden, da man sich an das wissenschaftliche Formulieren gewöhnt hat.

Ende Mai fahrt ihr nun auf den Bundeswettbewerb. Was möchtet ihr bis
dahin noch herausfinden?

Wir haben es erst letztes Wochenende geschafft unsere Theorie zu bestätigen, wir werden uns jetzt stark darauf konzentrieren noch einen weiteren Messwert bei 0.7g von der Wasserbrücke zu nehmen.
Gleichzeitig wird die Vorbereitung auf das Jurygespräch (Poster entwerfen, Vortrag gestalten) elementar sein, weil wir eine möglichst gute Platzierung erreichen möchten.

Warum sollten Schülerinnen und Schüler bei Jufo mitmachen?
Es ist für uns einfach eine unglaubliche Zeit gewesen mit so vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen… Der viele und teilweise extreme Stress hat sich rückblickend wirklich gelohnt.
Nicht nur den Erfolg nach 2 Jahren Arbeit zu spüren, sondern auch das Arbeiten mit Freunden am gleichen Thema ist für uns wichtig und eine schöne Erfahrung.
Weiterhin hat uns Jufo gezeigt, dass man alles erreichen kann was man will, wenn man sich für etwas einsetzt und Interesse an etwas hat.

Was macht für euch die Arbeit am SFN aus?
Einiges ist schon in der Frage davor beantwortet, nebenbei bedeutet SFN für uns aber nicht nur arbeiten sondern in den Pausen auch chillen, mit anderen SFNlern diskutieren, lachen oder einfach auch mal albern sein.
Aber das zähle ich alles zu dem Leitspruch „Neues kommt von Neugierde“ und Wissenschaftler sind genau das und SFNler sind genau das: neugierig…
Auch ist es ein Ort, an dem wir viele Freiheiten genießen, aber auch Unterstützung bekommen, wenn wir diese benötigen. Es ist ein Ort, an dem wir unseren Fragen nachgehen können. Man lernt fast jeden Tag etwas Neues dazu und merkt, dass es noch so viel Neues zu entdecken gibt.

Interview: Dr. Regina Gente

 

 

MINT-EC-Newsletter bestellen

Für Schüler
Allgemein