Goetheschule Wetzlar, Wetzlar Goetheschüler forschen in wissenschaftlichen Projekten

Zum zweiten Mal durfte die Goetheschule Wetzlar 2017 als eine von drei außerhalb Gießens gelegenen Schulen an dem Projekt des Instituts für Biologiedidaktik und der Hermann-Hoffmann-Akademie ausgerichtetem Projekt „Gießener Jugendliche forschen (GiJufo)“ teilnehmen.

Dieses Projekt bietet unseren naturwissenschaftlich interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, betreut und angeleitet durch studentische Mentoren eigenen Forschungsideen aus dem Bereich der Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und Informatik über einen Zeitraum von sechs Monaten nachzugehen. Dabei stehen die Mentoren nicht nur bei der Formulierung einer geeigneten Forschungsfrage oder eines zu beforschenden Themeninhalts zu Verfügung, sie koordinieren auch die Kooperation der einzelnen Gruppen mit universitären Einrichtungen und Lehrpersonen der JLU Gießen. So können Labore genutzt und das Wissen von Professoren „angezapft“ werden. Nach Abschluss der Projekte wurden nun im November in Form eines Wissenschaftsfestivals in der Hermann-Hoffmann-Akademie in Gießen alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler mit ihren Projekten geehrt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde den Schülerinnen und Schüler darüber hinaus die Möglichkeit geboten, ihre Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren und sich eine Rückmeldung über ihren Arbeitsprozess durch Mitarbeiter des Instituts für Biologiedidaktik geben zu lassen. Schülerinnen und Schüler der Goetheschule beschäftigten sich in diesem Schuljahr mit den folgenden Themen:

Projekt 1: Phytosanierung der Lahn (Josepha von Rosen, Marie Fischer, Maximilian Dülfer)

Ist die Lahn ein sauberer Fluss und wie kann die Gewässerqualität mithilfe von Pflanzen verbessert werden? Diese Frage sollte rund um das Projekt der Phytosanierung untersucht werden. Dazu wurden zum einen an zwei Standorten Gießens Gewässerproben entnommen und untersucht. Zum anderen sollten Pflanzen bestimmt werden, die die Gewässerqualität positiv beeinflussten. Hierfür mussten zunächst geeignete Bestimmungsmethoden für die Gewässergüte gefunden und entsprechenden Instrumentarien entwickelt werden. Anschließend wurde festgestellt, dass die Lahn entgegen der möglicherweise vorherrschenden Vorstellung ein recht sauberer Fluss ist und eine Phytosanierung nicht zwingend notwendig erscheint. Auch würde sich das Einsetzen entsprechender Pflanzen zur Durchführung der Phytosanierung recht problematisch gestalten, da die Gruppe erkannte, dass es für das Einsetzen von Neophyten einige rechtliche Regelungen sowie ökologische Konsequenzen beachten hätte müssen.

Projekt 2: Orientierung und Konditionierung von Ameisen (Rümeysa Demir, Jackie Dodoc, Sophia Breuer, Michelle Hamann)

Tagtäglich begegnen wir im Wald oder im Garten Ameisen. Doch wie orientieren sich die in Kolonien lebenden Insekten? Um herauszufinden, ob Ameisen Farben sehen können oder Gerüche erkennen, hat die Gruppe folgende Untersuchung geplant: Die Ameisen werden mit Futter auf einen Reiz konditioniert – einige Individuen auf eine Farbe, einige andere auf einen Geruch. Anschließend wurde getestet, ob die Ameisen die Farbe bzw. den Geruch wiedererkennen. Als schwierig erwies sich für diese Gruppe zunächst eine geeignete Tierart für ihre Untersuchung zu identifizieren. Der Gedanke, das Projekt zunächst mit Samtschrecken durchzuführen, wurde nach längerer Beratung aufgrund der Lebensweise dieser Art verworfen. Nachdem die Wahl anschließend auf Ameisen gefallen war, galt es sich diese Tiere und eine artgerechte Haltungsmöglichkeit zu organisieren. Anschließend musste der Aufbau der Untersuchung geplant und sichergestellt werden, dass alle Faktoren bis auf den zu untersuchenden Geruch bzw. die zu untersuchende Farbe konstant gehalten wurden. So hatte sich nach vielen Durchgängen schlussendlich eine beachtliche Menge an Daten angesammelt, welche schlussendlich interpretiert und anschaulich dargestellt werden konnte.

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