Gymnasium Fabritianum, Krefeld Fabritz lernt! Ein Interview mit Tobias Anders und Constantin Ross den Entwicklern unserer neuen Nachhilfeplattfor

T. Tillmann

„Kennen Sie nicht einen guten Nachhilfelehrer oder eine Nachhilfelehrerin?“ – mit dieser Frage werden Lehrerinnen und Lehrer spätestens nach den ersten Klassenarbeiten konfrontiert oder wenn jemand längere Zeit gefehlt hat. Mit der Website „Fabritz lernt“ (https://www.fabritianum-nachhilfe.de), die Tobias Anders (TA) und Constantin Ross (CR) aus der Q1 programmiert haben, können Eltern, Schülerinnen und Schüler zielgerichtet und geordnet nach Fächern und Altersstufe nach Nachhilfelehrerinnen und –lehrern aus der Schülerschaft des Fabritz suchen, die man sofort per email kontaktieren kann. Ganz nebenbei haben die beiden Tüftler einen großartigen Beitrag zum „Jahr der Digitalisierung“ geleistet.

Im Gespräch mit Herrn Tillmann (Ti) erläutern sie ihre Idee:
Ti: Wann und wie entstand die Idee zu Eurer Nachhilfeplattform „Fabritz lernt“?

CR: Schon vor einiger Zeit hatten wir die Idee, Handy-Apps zu programmieren, mit deren Hilfe man sich Inhalte in verschiedenen Fächern selber beibringen kann. Vor gut einem Jahr kam die Schule auf uns zu und hat uns die Teilnahme an einem Programmier-Workshop in Düsseldorf angeboten, bei dem man eigene IT-Projekte umsetzen konnte, und da haben wir dann den Prototyp für „Fabritz lernt“ entwickelt.

Ti: Wie funktioniert „Fabritz lernt“ genau?

TA: Man registriert sich auf https://www.fabritianum-nachhilfe.de, um entweder selbst
Nachhilfe anzubieten oder Nachhilfe von Mitschülerinnen und Mitschülern in Anspruch zu
nehmen, und erstellt sich einen Account. Man gibt dazu seinen vollständigen Namen, das
Geburtsdatum, die Klasse oder Stufe und die E-mail-Adresse ein, über die man kontaktiert
werden möchte. Dann wählt man aus, ob man Nachhilfe geben oder Nachhilfe bekommen
möchte. Als Anbieterin oder Anbieter gibt man bis zu drei Fächer ein, in denen man Nachhilfe anbieten möchte, dazu die aktuelle Note in diesen Fächern, den gewünschten Stundenlohn und bis zu welcher Klasse/Stufe man Nachhilfe geben möchte. Ich z. B. bin jetzt in der Q1, aber ich möchte vielleicht nur Mathe-Nachhilfe bis Klasse 9 erteilen. Übrigens kann man sich auch jederzeit aus dem Kreis der Nachhilfe-Anbietenden zurückziehen, wenn man z. B. zu viele Schülerinnen und Schüler hat, damit man dann nicht trotzdem dauernd weitere Anfragen bekommt.

Ti: Und wie funktioniert das für Schülerinnen und Schüler, die nach Nachhilfe suchen?

TA: Wenn man sich registriert hat, bekommt man eine E-Mail zur Bestätigung der E-Mail Adresse. Danach kann man sich einloggen und sieht alle Personen, die Nachhilfe geben, und man kann diese nach Fach und der eigenen Stufe filtern.

Ti: Können auch Eltern nach Nachhilfelehrerinnen und –lehrer für ihre Kinder suchen?

TA: Auch Eltern können sich registrieren und geeignete Nachhilfekräfte für ihre Kinder suchen. Es wäre allerdings am besten, wenn sich ihre Kinder einen Account erstellen und sie diesen dann nutzen.

CR: Ganz wichtig bei „Fabritz lernt“ ist die Verifizierung. Suchte man früher Nachhilfe, hat man Lehrerinnen und Lehrer gefragt, wen sie dafür empfehlen können. Das System der Verifizierung macht vieles leichter: Gibt man z. B. Nachhilfe in Französisch ein, sendet man eine Anfrage an die eigene Lehrerin oder den eigenen Lehrer. Wenn die Lehrerin oder der Lehrer der anfragenden Person zutraut, Nachhilfe zu geben, und die Note, die diese Schülerin/der Schüler angegeben hat, stimmt, dann kann die Lehrerin/der Lehrer diese/n verifizieren. Verifizierte Schülerinnen und Schüler erhalten einen weißen Haken in einem grünen Schild in der Liste der Nachhilfe Erteilenden.

Ti: Welche Unterstützung habt Ihr von Seiten der Schule bei der Umsetzung der Idee erhalten?

CR: Die Schule hat uns einen Server und eine Domain zur Verfügung gestellt und uns sehr bei der Klärung all der rechtlichen Fragen unterstützt.

TA: Das größte Hindernis war natürlich der Datenschutz. Herr Mühle hat uns mit dem Datenschutzbeauftragten der Stadt Krefeld zusammengebracht – wir wussten nicht genau, was alles in eine Datenschutzerklärung hineinkommt und was man sonst alles beachten muss. Am sichersten ist es übrigens, wenn man bei „Fabritz lernt“ das Schulpasswort verwendet, denn wenn man das vergisst, kann man bei Frau Köhler Auskunft über das Passwort erhalten.

Ti: Ihr habt mit Eurer Idee den dritten Preis sowie den Zuschauerpreis bei Fabritz. Der Preis 2018 gewonnen. Inwiefern versteht Ihr „Fabritz lernt“ als soziales Projekt, als einen Beitrag zum sozialen Lernen am Fabritz?

CR: Es geht darum, dass Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen, gemeinsam Ziele erreichen - letztlich ist das Abitur das gemeinsame Ziel. Unsere Nachhilfeplattform hat einen konkreten, praktischen Nutzen für die gesamte Schulgemeinde, das aufwändige Suchen nach Nachhilfekräften fällt weg, das in der Schülerschaft vorhandene Wissen wird genutzt, die Hemmschwelle sinkt. Unsere Nachhilfelehrerinnen und –lehrer wissen auch viel eher als Leute von außen, was in unserer Schule wichtig ist und erwartet wird.

Ti: Was können Userinnen und User tun, wenn etwas nicht Plan läuft?

TA: Zum einen haben wir auf der Website auf der Startseite ein Kontaktformular, über das man uns eine Nachricht schreiben kann, zum anderen erreicht man uns direkt unter nachhilfe@fabritianum.de.

Ti: Zu unserem Leidwesen macht Ihr beide 2020 Abitur, wenn alles gut geht – wie geht es dann weiter mit „Fabritz lernt“?

CR: Wir haben eine Verwaltungsseite erstellt, über die das System auch ohne uns weiterlaufen kann.

Ti: Danke für Eure Zeit – und viel Erfolg mit „Fabritz lernt“ und Euren weiteren Projekten!

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