MINT-EC Erfolgreicher Funkkontakt zur ISS

Nachdem sich die Physik-und-Technik-AG des Hohenstaufen-Gymnasiums im letzten Jahr bei der ARISS Gruppe (Amateur Radio on the International Space Station; www.ariss.org) für einen Funkkontakt zu Alexander Gerst im Rahmen seiner ISS-Mission beworben hatte und ausgewählt worden war, wurde der Funkkontakt für Montag, 13.08.2018, vorgesehen. Auf Grund einer Terminverwechslung kam ein Gespräch mit Alexander Gerst leider nicht zustande. Das ARISS Team und Alexander Gerst ermöglichten jedoch direkt in der gleichen Woche am Donnerstag, 16.08.2018, einen erneuten Kontakttermin.

Seit mehr als einem halben Jahr hatten die Schülerinnen und Schüler der Physik-und-Technik-AG zusammen mit Frau Schumann, Lehrerin für Mathematik und Physik am Hohenstaufen-Gymnasium und AG-Leiterin, den Kontakt vorbereitet und an der technischen Umsetzung gearbeitet. Hierzu besuchten sie an der Hochschule Kaiserslautern einen Funkworkshop und wurden von der Amateurfunkforschungsgruppe der Technischen Universität Kaiserslautern unterstützt, die für den Kontakt auch die nötige Funkvorrichtung auf dem Dach des Schulgebäudes aufbauten.

Die Stadt Kaiserslautern, insbesondere die Referate Schule und Gebäudewirtschaft unterstützten das Vorhaben ebenfalls.

Darüber hinaus formulierte die AG mögliche Fragen, die Alexander Gerst gestellt werden könnten und legte diese den Schülerinnen und Schülern des Hohenstaufen-Gymnasiums zur Abstimmung vor. Die Schulgemeinschaft wählte zehn dieser Fragen aus, die ins Englische übertragen und bereits vorab an den ARISS-Mentor für Schulen übermittelt wurden. Da das Hohenstaufen-Gymnasium sich den Funkzeitraum mit dem Matthes-Enderlein-Gymnasium Zwönitz im Erzgebirge teilte, sendeten dessen Schülerinnen und Schüler ebenfalls zehn Fragen ein, sodass beide Schulen ihre Fragen abwechselnd funken konnten.

Beim zweiten Kontaktversuch war die Aufregung groß, da die NASA vorab mitteilte, dass Alexander Gerst, wegen Arbeiten am eigentlichen Funkgerät mit einem Gerät aus dem Columbus Modul funken würde, das schon länger nicht mehr im Einsatz war und eine geringere Leistung als das ursprüngliche Gerät liefern würde.

Als dann gegen 13:15 Uhr am Donnerstagnachmittag durch die Funkzentrale Raum 327 am Hohenstaufen-Gymnasium schallte: „Hallo Zwönitz, hallo Kaiserslautern, hier spricht die Internationale Raumstation. Freut mich, dass es geklappt hat! Wie geht es euch?“, war die Erleichterung riesengroß. Bei der ersten Frage nach brenzligen Situationen auf der ISS, in denen er schon einmal Angst gehabt hätte, antwortete Alexander Gerst sympathisch, dass er einen solchen Moment am Montag, bei der Terminverwechslung erlebt habe. Ungewöhnlich findet er weiterhin, dass die Dinge im All schweben, und betont, dass durch die auf der Raumstation herrschenden Bedingungen ein einzigartiges Labor für die Forschung zur Verfügung steht, dass man nirgends auf der Erde nachbauen kann.

Unmittelbar vor dem Start der Rakete ins All, in dem Moment, in dem es kein Zurück mehr gibt, fühlte sich Alexander Gerst erleichtert und entspannt. Es sei der Moment, auf den man hin gefiebert habe, und man hoffe davor, dass nicht noch etwas dazwischenkomme, man krank werde oder ein technisches Problem auftreten würde. Säße man dann in der Rakete, sei man kurz davor das lang ersehnte Ziel zu erreichen. Das habe ihn entspannt. Er beantwortete Fragen zur Zeitzone, nach der man sich auf der ISS richtet und Auswirkungen auf den Körper der Astronauten. Die Möglichkeit Privatsphäre zu suchen, habe man, benötige sie aber eigentlich selten, da die ISS so groß sei, dass man sich nicht auf die Füße trete. Generell sei er froh auf der ISS zu sein. Wenn jedoch mal ein Bild von der Grillparty bei Freunden komme, denke er schon daran, dass es auch schön wäre dabei zu sein. Natürlich vermisse er auch ab und an seine Freunde und die Familie, das Joggen im Wald oder eine Tour mit seinem Mountain Bike, aber alles in Allem sei er froh „hier oben zu sein“. Er erklärte, wie es mit dem Essen auf der ISS geregelt ist und betonte, dass es prinzipiell gut sei. „Natürlich könne man daran aber auch noch arbeiten“, lachte er.

Insgesamt reichte die Zeit für fünf Fragen aus Kaiserslautern und vier aus Zwönitz bevor der Kontakt in Kaiserslautern abriss, da die mit 7,6 km pro Sekunde dahin rasende ISS den Funkbereich verlassen hatte.

Die Schulgemeinschaft, zahlreiche Gäste, darunter auch der Beigeordnete und Schuldezernent der Stadt Kaiserslautern, Herr Joachim Färber, und der stellvertretende Referatsleiter ´Schule`, Herr Wolfgang Ernst, sowie Vertreter der Presse konnten das Ereignis per Livestream in der Aula der Schule verfolgen.

Darüber hinaus gestaltete die Physik-und-Technik-AG mit Unterstützung der Kommunikations-Technik-AG unter Leitung von Herrn Blass ein umfangreiches Rahmenprogramm mit interessanten Hintergrundinformationen rund um die ISS und den Funkkontakt für die gesamte Schulgemeinschaft des Hohenstaufen-Gymnasiums.

Die beiden Schüler der Film- und Video-AG, die sich bereits während des Funkkontaktes für den Livestream auf dem schuleigenen YouTube Kanal verantwortlich zeichneten, haben dort einen eindrucksvollen Zusammenschnitt eingestellt, der alle Antworten auf die Fragen der Schülerinnen und Schüler enthält und die Atmosphäre während des Kontaktes erlebbar macht.

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