Friedrich-Koenig-Gymnasium, Würzburg 3-Meter-Radioteleskop der Hans-Haffner-Sternwarte des FKG Würzburg eingeweiht

Am Mittwoch, 4. Oktober 2017, wurde das neue 3-Meter-Radioteleskop der Hans-Haffner-Sternwarte eingeweiht. Zur Einweihung an der Sternwarte und zum Festakt in der Aula des FKG waren zahlreiche Interessierte und Vertreter des öffentlichen Lebens gekommen.

Die Hans-Haffner-Sternwarte in Hettstadt ist als deutschlandweite Besonderheit Schul- und Universitätssternwarte und dient der Ausbildung von Schülern und Studierenden sowie der wissenschaftlichen Forschung. Sie wird vom Verein Naturwissenschaftliches Labor für Schüler am FKG e.V. des Friedrich-Koenig-Gymnasiums und dem Lehrstuhl für Astronomie der Universität Würzburg gemeinsam betrieben.

Das neue Teleskop befindet sich auf einem Anbau, der von Herbst 2015 bis Sommer 2016 eigens zu diesem Zweck errichtet wurde. Das Instrument selbst wurde dann in der zweiten Jahreshälfte 2016 installiert.

Die Arbeiten wurden von Schülern und Lehrern des FKG sowie Wissenschaftlern der Universität unter Anleitung und Mithilfe verschiedener Firmen und Handwerksbetriebe aus der Region selbst durchgeführt. Dabei taten sich Hettstädter Firmen – wie schon beim Bau der Sternwarte vor acht Jahren – besonders hervor. Große Unterstützung erfuhr das Projekt auch durch die Gemeinde Hettstadt, die bei allen Formalitäten und Anträgen tatkräftig unterstützte.

Durch das neue 3-Meter-Radioteleskop der Hans-Haffner-Sternwarte wird neben dem optischen Fenster für Schüler und Studenten ein weiteres Fenster ins Weltall aufgestoßen.
Die Segnung des neuen astronomischen Instruments übernahm am Nachmittag Pater Christoph Gerhard, der selbst begeisterter Hobbyastronom und Leiter der Klostersternwarte Münsterschwarzach ist. Er betonte, dass die Astronomie seit Jahrhunderten in der Kirche eine wichtige Rolle spiele, da durch astronomische Beobachtungen und Berechnungen das Datum des Osterfests als erster Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond festgelegt werden musste. Pater Christoph führte dann aus, dass in den unvorstellbaren Weiten des Weltalls die Größe Gottes spürbar werde.

Im Anschluss demonstrierte Alexander Kappes vom Lehrstuhl für Astronomie die Funktionsweise des neuen Radioteleskops, indem er vor den Augen der gut 70 Gästen eine Messungen der Sonne durchführte und den gespannt lauschenden Zuhörern die gewonnenen Daten erklärte.

Am Abend folgte dann in der Aula des FKG der Festakt. Nachdem OStD Dr. Siegfried Rose die rund 150 Gäste begrüßt hatte, folgten zwei Grußworte. Dr. Stefan Jorda, der Geschäftsführer der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, die die Hauptfinanzierung des Radioteleskops übernommen hatte, gab zunächst einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Stiftung. Dann hob er hervor, dass das Schülerlabor am FKG eine Einrichtung sei, die es besonders gut verstehe, Jugendliche für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Auch die Tatsache, dass das Schülerlabor mit seiner Sternwarte auch von Schülern anderer Schulen genutzt wird, sei etwas Außergewöhnliches.
Prof. Dr. Karl Mannheim, der Inhaber des Lehrstuhls für Astronomie an der Universität Würzburg, erläuterte im Anschluss die Bedeutung der Radioastronomie für die Erforschung des Universums und zeigte sich sehr erfreut, dass nun auch ein Radioteleskop für die Ausbildung von Schülern und Studierenden zur Verfügung steht.

Den Festvortrag „Faszination Radioastronomie – von kleinen grünen Männchen, dem Klang des Urknalls und dem WLAN“ hielt Prof. Dr. Ralf-Jürgen Dettmar von der Ruhruniversität Bochum. Er schlug einen Bogen von der historischen Entwicklung der Radioastronomie hin zur modernen Kosmologie und aktuellen Entwicklungen in der Astrophysik. Anschaulich zeigte er die Bedeutung astronomischer Grundlagenforschung für die technische Entwicklung unserer Gesellschaft auf.

In der abschließenden Danksagung führte Christian Lorey, der Vorsitzende des Vereins Naturwissenschaftliches Labor am FKG e.V., aus, dass allerorten die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im rohstoffarmen Deutschland gefordert werde, dann aber häufig bei der Umsetzung guter Ideen in die Praxis viele Probleme und Hürden auftauchten und es an Unterstützung fehle. Dies sei bei diesem Projekt ganz anders gewesen. Besonderes hob er hier die Gemeinde Hettstadt als vorbildlich hervor. Bei der Realisierung der Sternwarte und auch des Erweiterungsbaus für das Radioteleskop wurden in Hettstadt schnell und unbürokratisch Lösungen gefunden. Ohne die tatkräftige Unterstützung der Gemeinde wäre die Sternwarte niemals Realität geworden. Dann dankte er Herrn Dr. Jorda von der Heraeus-Stiftung und den beteiligten Firmen und Handwerksbetrieben.
Mit einem großen Dankeschön an alle aktiven Kollegen und Vereinsmitglieder, vor allem aber an die vielen Schülerinnen und Schüler, die sowohl bei der Errichtung des Erweiterungsbaus als auch bei der Durchführung dieser Feier weit über sich hinausgewachsen seien, lud er schließlich alle Anwesenden zum Stehempfang in der Aula des FKG ein.

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